Welche Effekte verursacht Wasser auf extrem sauberen Oberflächen? An der TU Wien konnte man mit eine neuen Messmethode zeigen, dass winzige Verunreinigungen Erstaunliches bewirken. Saubere Oberflächen gibt es nicht – außer im Vakuum. Jeder winzige Regentropfen hinterlässt eine Schmutzschicht, sogar der Kontakt mit gewöhnlicher Luft reicht aus, um eine saubere Materialoberfläche augenblicklich mit einer Schicht verschiedener Moleküle zu überziehen. Diese dünnen Schmutzschichten verändern die Eigenschaften des Materials deutlich, sie sind allerdings extrem schwer zu untersuchen. An der TU Wien entwickelte…
Frisch gepresster Knoblauch enthält eine Vielzahl von gesunden schwefelorganischen Verbindungen. Ein knoblauchtypischer Inhaltsstoff, der aus Ölextrakten gewonnen werden kann, ist Ajoen. Erstmals haben Chemiker aus Großbritannien diese Substanz jetzt rein aus gängigen Ausgangsstoffen synthetisiert. Wie sie in der Zeitschrift Angewandte Chemie dokumentieren, lässt sich Ajoen mit wenigen Syntheseschritten im Hundert-Gramm-Maßstab produzieren. Die chemische Synthese ist wichtig, um biologisch aktive Substanzen medizinisch näher erforschen zu können.Zerschneidet oder kaut man Knoblauch, wird sein wichtigster schwefelhaltiger Inhaltsstoff namens Alliin enzymatischen Abbauprozessen unterworfen. Zunächst…
Ein Team um Professor Ivan Huc, Leiter der Arbeitsgruppe „Biomimetic Supramolecular Chemistry“ an der LMU, hat eine künstliche molekulare Struktur in Form einer spiralförmigen Kapsel entwickelt und synthetisiert, die gezielt ein spezielles Zuckermolekül erkennen und „fangen“ kann: Xylobiose, wie herkömmlicher Zucker ein Disaccharid. Die Studie erscheint aktuell im Magazin Angewandte Chemie und wurde vom Herausgeber als „Very Important Paper“ ausgewählt – was nur weniger als fünf Prozent aller Veröffentlichungen des Journals vorbehalten ist.Ivan Huc ahmt in seiner Forschung die Prinzipien…
Die größte Schwierigkeit bei der Entwicklung von Fluoreszenz- und Phosphoreszenzfarbstoffen liegt in der exakten Einstellung der angeregten Elektronenzustände. Wissenschaftler in Japan haben nun ein organisches Lumineszenzsystem mit einem ungewöhnlichen reizresponsiven Farbumschlag entwickelt. Das Besondere: Die neue Farbe leuchtet unter Anregung genauso intensiv wie die Ursprungsfarbe. Erklärt wird dieses Phänomen in der Studie, die in der Zeitschrift Angewandte Chemie veröffentlicht wird, durch einen recht einfachen Phasenübergang innerhalb des Festkörpers. Das Verhalten könnte für optoelektronische Anwendungen wie bei intelligenten OLEDs interessant sein.Das…
Wie es um Gewässer steht, lässt sich an seinen Bewohnern ablesen – sogar an den kleinsten. Biologen der Universität Duisburg-Essen (UDE) konnten mit Kollegen aus Frankfurt und dem kanadischen Guelph Umweltveränderungen bei Zuckmücken nachweisen. Dazu nutzten sie DNA-basierte Methoden.Weltweit sind Flüsse und Seen als Folge von landwirtschaftlicher Nutzung und des Klimawandels beeinträchtigt. Die Einflussfaktoren auf Ökosysteme – auch Stressoren genannt – wollen die UDE-Biologen erkennen und untersuchen. Ihre Informanten: im Gewässer lebende Tierarten. „Das Schwierige daran ist, dass sich viele…
Chemiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Leistungsfähigkeit von Solarzellen deutlich gesteigert werden kann. Mithilfe der sogenannten Singulett-Spaltung verdoppeln die Forscher die Zahl der Elektronen, die von einfallenden Lichtteilchen angeregt werden. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal „Angewandte Chemie” veröffentlicht.Will Deutschland die gesteckten Klimaschutzziele erreichen, dann führt an der konsequenten Erschließung regenerativer Energiequellen kein Weg vorbei. Eine der wichtigsten, nahezu unbegrenzt verfügbaren „grünen“ Energiequellen ist die Sonne, deren Strahlung in elektrischen Strom umgewandelt werden kann.…
Für die industrielle Produktion von Chlor kommen seit einiger Zeit Elektroden zum Einsatz, die weniger Strom verbrauchen als herkömmliche Verfahren. Die Methode erfordert Sauerstoff, der in heiße, hoch konzentrierte Natronlauge eingeleitet wird – worin er schlecht löslich ist. Es ist bisher unklar, wie die industriellen Stromdichten unter diesen Bedingungen erreichbar sind. Forscher vom Zentrum für Elektrochemie der Ruhr-Universität Bochum haben gemeinsam mit Ingenieuren der Technischen Universität Clausthal neue Erkenntnisse über die Abläufe an den Elektroden, auch als Sauerstoffverzehrkathoden bezeichnet, gewonnen.Das…
30 Jahre nach seiner Entdeckung erforscht Dr. Giacomo Bardelli, Archäologe am Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM), eines der reichsten Gräber in der europäischen Vorgeschichte: Die »Tomba della Regina« von Sirolo-Numana. Das Grab stammt aus dem sechsten Jahrhundert v. Chr. und wurde in der heutigen Provinz Ancona in Italien gefunden. Keine andere Bestattung im Mittelmeerraum sowie im Mitteleuropa weist eine solch üppige Ausstattung auf. Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts untersuchen Archäologen nun erstmals den kompletten Fundkomplex und wollen…
Um den Aufbau der Materie und damit die Existenz unserer Welt zu erklären, versucht die Physik, mithilfe von Experimenten die kleinsten Bausteine der Materie zu entdecken und zu verstehen. Zu den größten Forschungseinrichtungen überhaupt zählt der Large Hadron Collider (LHC) am Forschungszentrum CERN bei Genf. Hier werden Protonen mit sehr hoher Energie zum Zusammenstoß gebracht und die dabei neu entstehenden Teilchen nachgewiesen. Theoretische Physiker arbeiten daran, Vorhersagen für solche Experimente zu machen. Einen wesentlichen Beitrag dazu liefert nun eine theoretische…
Um den CO2-Ausstoss zu kompensieren, forstet China auf. Würden statt Monokulturen artenreiche Wälder gepflanzt, könnte zusätzlich viel mehr Kohlenstoff gespeichert werden. Ein Team um UZH-Forschende zeigt auf, dass artenreiche Baumbestände mehr CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und effektiver gegen die Klimaerwärmung sind.Bewaldete Ökosysteme sind elementar für das klimatische Gleichgewicht. Dies haben auch Länder wie China erkannt, die seit Jahren umfassende Aufforstungsprogramme durchführen, um ihre steigenden CO2-Emissionen zu kompensieren. Denn Wälder nehmen als Teil des globalen Kohlenstoffkreislaufes etwa 45 Prozent des…
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