Montag, den 26. März 2012 um 07:09 Uhr

Qualitätsverlust bei Trinkwasseruntersuchungen ?

Kritisch sieht der Deutsche Verband Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) die durch die Neufassung der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) eingetretene Situation, die einen Rückschrittt in der Qualität der Trinkwasseruntersuchungen erwarten lässt. Um diesem Prozess entgegenzutreten, trafen sich jetzt annähernd 70 Vertreter von Trinkwasserlaboratorien in einer zu diesem Thema eigens einberufenen VUP-Projektgruppe. Die Ergebnisse der Beratung werden in einer einheitlichen Position der Branche zusammengefasst.

"Die fachkundige Probenahme ist die Grundvoraussetzung für die qualitätsgerechte Analyse. Dieses gilt auch bei Trinkwasseruntersuchungen und hier besonders bei den seit neustem vorgeschriebenen Legionellenuntersuchungen an zentralen Warmwasserversorgungsanlagen." Unter Vorsitz des VUP-Vizepräsidenten, Prof. Dr. Gerhard Hücker (Kelkheim) fasste VUP-Geschäftsführer Sven Deeg eingangs die gegenwärtige Situation zusammen: Es bestehe ein Bedarf an externen Probenehmern. Die Kompetenz und Qualität der Veranstalter von Qualifizierungen (Schulungen) externer Probenehmer ist nicht gewährleistet. Zudem wurden die Inhalte dieser Qualifikation gemindert.
Auch aufgrund dessen habe sich der Markt verändert. Neuerdings sehen sich die Laboratorien mit Probenhändler mit eigenem oft zweifelhaft geschulten Probenehmern konfrontiert.

Die Gremien des Deutschen Akkreditierungswesens hatten erst kürzlich "Anforderungen an die Akkreditierung von Trinkwasserlaboratorien" definiert. Der VUP bedauert es, dass diese mehrfach vorgetragenen Bedenken in diesen Regelungen zunächst keine Berücksichtigung fanden.

"Ist diese Entwicklung seitens des Gesetzgebers, der Überwachungsbehörden einschließlich der Akkreditierungsstelle (DAkkS) wirklich gewollt ?" Hücker richtete diese Frage besonders an die beiden Gastreferenten, Dr. Roswitha Müller als Leiterin der Unabhängigen Stelle nach TrinkwV Bayern und Mitglied der Länderarbeitsgemeinschaft der Überwachungsbehörden sowie Jörg Unger, Fachbereichsverantwortlicher "Trinkwasser" der DAkkS.

Die Unabhängigen Stellen der Länder werden diese Fragestellung erst in der kommenden Sitzung, voraussichtlich im Mai 2012, aufgreifen. Es sei jedoch fraglich, ob man hier zu einer einheitlichen Handhabung der Bundesländer finden wird. Müller konnte bereits jetzt über die Bayerischen Vorstellungen zur Einbindung externer Probenehmer berichten.
Aufgabe der DAkkS sei es lediglich die Kompetenz des Labors zu überprüfen. Eine Stichprobe der eventuell beschäftigten externen Probenehmer sei in diese Prüfung einbezogen, so Unger zum Verantwortungsbereich der Akkreditierungsstelle.

Als Resultat der anschließenden lebhaften Diskussion formulierten die Laborvertreter Voraussetzungen zur Gewährleistung der Qualität der Probenahme, besonders auch beim Einsatz externer Probenehmer. Die Endfassung dieser Branchenposition wird gegenwärtig mit den beteiligten Laboatorien abgestimmt.

Das Protokoll der Sitzung, die Präsentationen der Referenten (Müller / Unger / Deeg) sowie der Entwurf des Positionspapieres steht als download zur Verfügung (tlw. login erforderlich !). Stellungnahmen der betroffenen Laboratorien zu letzterem nimmt der Verband bis zum 02.04.2012 entgegen .


Den Artikel finden Sie unter:

http://www.vup.de/artikel.php?id=998&typ=i&cat_id=0

Quelle: Deutscher Verband Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP)  (03/2012)

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