Mittwoch, den 31. Oktober 2018 um 06:54 Uhr

Gartenschläfer: Niedlich, aber bald ausgestorben?

Wie kann man den Gartenschläfer vor dem Aussterben retten? Mit dieser Frage beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der Gartenschläfer ist ein nachtaktives Nagetier, das zu den Schlafmäusen zählt. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten einen großen Teil seines Verbreitungsgebietes in Europa verloren, in einigen Regionen ist er sogar bereits ausgestorben. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Die JLU erhält ab Oktober 2018 für sechs Jahre rund 900.000 Euro, die Gesamtfördersumme für das Projekt beträgt 4,3 Millionen Euro.

Deutschland hat für den Gartenschläfer eine besondere Verantwortung, weil ein großer Teil des Weltbestandes hier lebt. Dies gilt insgesamt für 14 bedrohte Säugetierarten, zu denen neben dem Gartenschläfer auch die Wildkatze oder der Fischotter gehören. Der Schutz der sogenannten Verantwortungsarten hat einen hohen Stellenwert im Naturschutz – und Deutschland ist in der Pflicht, sich für die Erhaltung des Gartenschläfers einzusetzen.

Die Gründe für den Rückgang des Gartenschläfers sind genauso wenig bekannt, wie viele Details zu seiner Biologie. Dies alles soll nun im Rahmen des Projekts erforscht werden. Beteiligt von Seiten der JLU ist ein Wissenschaftlerteam der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische und des Arbeitskreises Wildbiologie unter der Leitung des Biologen Johannes Lang. Mit dem Projekt baut die Klinik ihre Kompetenz im Bereich der Wildtiermedizin und Wildtierforschung aus.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sechs Jahre lang gemeinsam mit Genetikerinnen und Genetikern der Senckenberg Gesellschaft in Gelnhausen mögliche Ursachen für den Rückgang der Gartenschläfer-Bestände untersuchen – unter anderem genetische Verarmung, Krankheiten oder Einflüsse der Klimaveränderung. Dazu kartieren die Forscherinnen und Forscher unter anderem die Verbreitung des Gartenschläfers in Deutschland, analysieren seine Nahrung, ergründen Todesursachen, untersuchen Krankheiten und Parasiten und erforschen die Raum- und Habitatnutzung. Auf Basis dieser Ergebnisse werden dann Schutzmaßnahmen entwickelt und in den darauffolgenden Jahren mit dem BUND in der Praxis umgesetzt.

Doch dem Gartenschläfer soll auch sofort geholfen werden. Dazu werden Informationen für Gartenbesitzerinnen und -besitzer entwickelt und die Zusammenarbeit mit Wildtier-Auffangstationen gesucht.


Den Artikel finden Sie unter:

http://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm196-18

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen (10/2018)

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